Challenge: „WalkTheTalk“

Im Rahmen der bisherigen Challenges habe ich mich meistens mit Dingen befasst, die mir vollkommen fremd waren. Das war spannend und bereichernd, aber natürlich auch herausfordernd und manchmal sehr anstrengend. Bei dieser Challenge geht zur Abwechslung mal um ein Thema, das mir aus meinem Job sehr vertraut ist: e-learning.

Nachdem sich alles ständig weiterentwickelt und es immer wieder tolle neue Sachen gibt, freue ich mich ganz besonders auf diese Aufgabe, nämlich einen Online-Kurs zum Thema „How to build a Startup“ von udacity zu absolvieren. Das ist nicht der erste Online-Kurs, der im Rahmen der SHIFTSCHOOL anfällt, denn schon Java Script haben wir uns auf diesem Weg erarbeitet. Egal, was jetzt kommt, es kann vermutlich nicht schlimmer werden:)

 

Meine Erfahrungen mit der Plattform

Wie oben bereits erwähnt, probiere ich ihm Rahmen der Challenge udacity aus, eine „Lern- und Weiterbildungsplattform, die mit der Branche vernetzt ist“.

„Wir bauen im Silicon Valley eine Lern- und Weiterbildungsplattform auf, die:

  • die jene Fähigkeiten lehrt, die von Arbeitgebern der Branche heute benötigt werden
  • die Bescheinigungen liefert, die von den Arbeitgebern akzeptiert werden
  • und dabei die Bildung zu einem Bruchteil der Kosten der traditionellen Universitäten anbietet

Zusammen mit den Marktführern der Tech-Industrie – Google, AT&T, Facebook, Salesforce, GitHub etc. – bieten wir Nanodegree-Programme an, die so konzipiert sind, dass Fachkräfte zu Programmierern, Data Analysts, Mobile Developers, Machine Learning Engineers etc. werden. Unsere Kursteilnehmer erwerben durch eine Reihe von Online-Kursen und praktischen Projekten relevante und zeitgemäße Skills.“

Quelle: https://de.udacity.com/ueber-uns/

Das Nanodegree ist übrigens ein Markenzeichen von udacity. Ich kannte die Plattform vor der Challenge nicht wirklich und habe dort noch keinen Kurs getestet.

„Eine Lernplattform bzw. Learning Management System (LMS) ist ein komplexes Content-Management-System, das der Bereitstellung von Lerninhalten und der Organisation von Lernvorgängen dient. Aufgabe einer web-basierten Lernumgebung ist, die Kommunikation zwischen Lernenden und Lehrenden zu ermöglichen. Sie fungiert als Schnittstelle zwischen Bildungsanbieter und lernender Person. Nicht darunter fallen Bildungsinhalte, die über das Internet angeboten werden, wie die üblichen Webpräsenzen oder -portale. Vorteile einer Lernplattform sind Entlastung im Lehrbetrieb, die Regelung des Informationsflusses, Vereinfachung des Lernens und Übernahme zahlreicher Verwaltungsaufgaben.“

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Lernplattform

Vom sicher komplexen LMS bekomme ich als Anwender erst mal nicht viel mit. Die Plattform ist sehr übersichtlich aufgebaut und die Menüführung selbsterklärend. Man wird von Einheit zu Einheit geführt und kann rein theoretisch auch zwischen den Einheiten herumspringen – was allerdings bei dem Kurs wenig Sinn macht, denn das Ganze baut aufeinander auf.

Meine Erfahrungen mit der Community

„Peer-Gruppen eröffnen neue Bildungs- und Sozialisationsräume, die vor allem informelles Lernen und den Erwerb von sozialen Kompetenzen begünstigt. (…) So werden in den Zusammenhängen von Peer-Gruppen vielfältige Lern-, Erfahrungs- und Experimentierchancen geschaffen, die zur Entwicklung eigener Lebensstile, Normen, Werte und Ausdrucksweisen dienen können. Hier wird der besondere Einfluss von Peer-Gruppenbeziehungen auf den Erwerb von sozialen Kompetenzen sowie Sach- und Fachkompetenzen deutlich.“   

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Peer-Education

Tja, die Erfahrung zeigt, dass virtuelle Gemeinschaften in der Weiterbildung gar nicht so gut funktionieren, es sei denn, die Gruppenmitglieder lernen sich anfangs mal persönlich kennen, zum Beispiel über ein blendend learning -Konstrukt. Hab ich zumindest in einer Vorlesung zum Thema „Virtuelles Lernen“ gehört. Jetzt kann man natürlich darüber diskutieren, wo Lernen anfängt und viele Beispiele finden, wo die „Community“ total aktiv ist und fleißig in irgendwelchen Foren herum diskutiert. Meine persönliche Erfahrung deckt sich aber mit der Erkenntnis, dass das meistens eher eine eher müde Angelegenheit ist. Bei udacity finde ich zunächst überhaupt keine Möglichkeit, mit anderen Lernenden in Kontakt zu treten. Macht aber nix, ich habe ja eine echte Community in der CLASS TWO.

Meine Erfahrungen mit dem Kurs

Zunächst mal kommt der Kurs sehr professionell aufgebaut daher. Es gibt eine ordentliche Beschreibung von Zielen, Inhalten und Aufwand – der mit 6h/Woche zusätzlich zum sonstigen SHIFTSCHOOL-Workload eine Ansage ist. Den Start des Kurses verschiebe ich darum auf das Ende der LeanOvationJam-Challenge. Kann man ja machen, wenn man lernen kann, wann man will;)

Als ich dann beginnen will, stelle ich erst mal fest, dass ich Ton brauche. Blöd, denn ich sitze gerade im Büro und mache Mittagspause. Die Kolleginnen, die konzentriert arbeiten wollen, würde ich stören. Ich verschiebe den Start also nochmal.

Den Kurs habe ich dann komplett zu Hause gemacht, da habe ich Ruhe – und eine stabile Internetverbindung. Im Büro mal zwischendurch hat nie geklappt – irgendeine Störung gab es immer.

Ein paar Eindrücke – kurz und knapp:

  • Nervige Untertitel – kann man die ausblenden? Offensichtlich nicht, schade.
  • Ich will gar kein Startup gründen – mir fehlt es also ein bisschen an Motivation, dazu kommt noch die Ansage  „The hardest class you’ve ever taken…“ Na super.
    Vielleicht kommt mir aber noch eine Mega-Idee und dann bin ich schon mal vorbereitet:)  Bis dahin werde ich einfach an JINN TRONIC arbeiten.
  • Ohren auf – es ist anstrengend für mich, dem Sprecher zu folgen (Akzent, schnell, genuscheltes Englisch und zwischendurch natürlich unbekannte Wörter, … )
  • zu tun: Business Canvases ausdrucken und Launchpadcentral.com besuchen
  • zu lesen: zum Glück nur optional…
  • So interaktiv wie möglich gestaltet: mit Fragen zur Aktivierung und / oder zur Lernkontrolle sowie mit Feedback-Feldern zwischen den Kursen.

Meine Lessons learned

Und hier meine persönlichen Lessons Learned in der Zusammenfassung:

# Eigenverantwortung: Wenn es keinen fixen Start und nur ein fixes Enddatum gibt, muss man selber schauen, wie man sich die Zeit einteilt. Für mich nichts Neues, aber die Gefahr, immer nach hinten zu schieben ist groß.

# Vorbereitung: Technische Anforderungen vorher klar machen… Nach dem Start nochmal unterbrechen und Zeug suchen nervt.

# Persönliche Vorlieben: Ich lerne am besten, wenn ich selbst mitschreibe / male oder sonst wie aktiv bin. Zum Beispiel auch selbst lese. Nur Wissen konsumieren ist mir zu passiv und die kleinen Test oder Feedback-Felder sind mir zu wenig Interaktion.

# Gestaltung: Meiner Meinung nach war das Ganze ein bisschen eintönig gestaltet, denn man sieht eigentlich ausschließlich den Sprecher oder eine Hand, die etwas schreibt / zeichnet. Abwechslungsreicher wäre es für mich gewesen, wenn man kurze Filme, mal eine andere Stimme oder einen zweiten Sprecher, zusätzliches Material zum lesen etc. eingebaut hätte.

# Motivation: Derzeit interessieren mich andere Sachen noch viel mehr. Wie man ein Startup gründet ist zwar spannend, aber ich habe gemerkt, dass ich mich wirklich überwinden musste, die viele Zeit in diese Sache zu stecken. Schade.

Zukunft von E – Learning

e-learning Angebote gibt reichlich
An Infos und Angeboten mangelt es nicht…
Mehr Flexibilität, mehr Transparenz, mehr Individualität und weniger Verwaltungsaufwand – ich halte e-learning für einen wertvollen Baustein, der bestehende Weiterbildungslandschaften bereichern und ergänzen kann. Auch für Pflichtschulungen, die z.B. im Rahmen des Onboarding-Prozesses durchgeführt werden müssen, kann es praktisch sein. Präsenztrainings vollständig zu ersetzen ist aus meiner Sicht kein Ziel – das persönliche Kennenlernen und Zusammenarbeiten hat bei bestimmten Themen einfach eine andere Qualität als reines vorm Rechner sitzen – das haben die Samstage in der SHIFTSCHOOL auch nochmal bestätigt.
E-Learning wird meiner Meinung nach nicht nur das Lernen in Unternehmen verändern, sondern insgesamt dazu beitragen, dass sich der Zugang zu Bildung und damit auch die Welt radikal verändert. Beispiele dafür sind geplante E-Learning-Projekte  von X-CELL, die in Zusammenarbeit mit Schulen und anderen Einrichtungen zur Förderung von Selbstvertrauen bei Kindern beitragen wollen oder ein Projekt von AMREF Deutschland , das e-learning für die Ausbildung von Gesundheitspersonal nutzt.
Noch spannender als klassisches e-learning finde ich sogenannte MOOCs:

„Massive Open Online Course (deutsch offener Massen-Online-Kurs), kurz MOOC, bezeichnet kostenlose Onlinekurse, die meist auf Universitätsniveau sind und große Teilnehmerzahlen aufweisen.

MOOCs kombinieren traditionelle Formen der Wissensvermittlung wie Videos, Lesematerial und Problemstellungen mit Foren, in denen Lehrende und Lernende miteinander kommunizieren und Gemeinschaften bilden können.“

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Massive_Open_Online_Course

Der Fokus von MOOCs liegt also eher auf der Community, also Lernen durch Kommunikation bzw. Lernen von anderen.Bei der Einführung in ein Unternehmen gibt es zum Thema e-learning übrigens einiges zu beachten: Absprachen mit dem Betriebsrat zum Beispiel oder eine umsichtige Analyse der Zielgruppe hinsichtlich vorhandener Vorkenntnisse. Und auch ganz banale technische Voraussetzungen müssen geklärt sein. Auch die Gestaltung der Rahmenbedingungen sollte man sich gut überlegen. Ich kenne Firmen, die es dem Mitarbeiter komplett selbst überlassen, was, wann und wo er lernt. Andere Firmen schauen sich das genau an. Wie immer gibt es hier kein richtig oder falsch.

Wer sich dazu austauschen will: jederzeit gerne! Die Einführung einer e-learning-Plattform ist eine spannende Sache und ich höre immer gerne, wie es anderswo läuft 🙂

Mehr

  • Der Online-Kurs zum Thema „How to build a Startup“ von udacity findet sich hier.
  • Sicher auch interessant ist der Kurs „Becoming an Entrepreneur“ bei edX, mit dem sich die andere Hälfte der CLASS TWO beschäftigt hat, zu finden hier.
  • Einen ganz interessanten Artikel zu „How Peer Teaching Improves Student Learning and 10 Ways To Encourage It“ gibt es übrigens hier.
  • Wer mehr über MOOCs im Kontext von Corporate Learning / Training und Wissensmanagement wissen will, findet Interessantes auf dem Blog von Karlheinz Pape, also hier.