Challenge „LeanOvationJam“

Nach Abschluss der Challenge „RoboNerdKit“, aus der JINN TRONIC entstanden war, dachten wir zunächst, dass das Thema damit beendet sei. Dem war aber nicht so, denn für die nächste Challenge kam JINN TRONIC wieder aus dem Ruhestand zurück…
Die Challenge umfasste im wesentlichen vier Teile:

  1. Pitch und Test vor möglichen Anwendern
  2. Auswertung der Testergebnisse
  3. Iteration des bisherigen Konzepts
  4. Ausarbeitung eines Geschäftsmodells

Pitch und Test

Am 17. März 2017 durften wir im JOSEPH’S unsere Idee und den Prototypen vorstellen und die Gelegenheit auch gleich nutzen, um die Anwesenden um Feedback zu bitten. Selbstverständlich haben wir uns davor intensiv Gedanken darüber gemacht, wie wir das am besten tun könnten.

Für die Präsentation der Idee bot es sich an, den für die Challenge erstellen Film, zu nutzen. Besonders schön war, dass der Film – wie gewünscht- für einige Lacher sorgte und es bereits danach einen ersten Applaus gab. Ergänzt durch eine kurze Erklärung von Svenja und Thomas war das Publikum perfekt auf das Testing am Stand vorbereitet. Dort haben wir den Weg von der ersten Idee bis zum Prototypen gezeigt und natürlich konnte man das Ergebnis auch ausprobieren.


Außerdem haben wir die App als Papiermodell zur Verfügung gestellt, damit man sich die besser vorstellen kann.

Auswertung der Testergebnisse

Mit den Testern haben wir am Stand kurze Interviews geführt, um diese zu dokumentieren haben wir einen Fragebogen erstellt. Insgesamt 6 Leute nahmen sich die Zeit, unseren Fragebogen auszufüllen. Vielen Dank an dieser Stelle für Euer konstruktives Feedback!

Funktionsweise

Unsere erste Frage bezog sich auf die Funktionsweise des JinnTronics – auf einer Schulnoten Skala von 1 bis 6 wurde unser Produkt mit einer 1,8 ausgezeichnet (jipieeh, ein guter Start). Besonders gut, in Bezug auf die Aufgabe und den Zweck des JinnTronics, gefiel den Anwendern, dass die Verantwortlichkeiten bzw. Zuständigkeiten klar geregelt sind und man sich nicht weiter kümmern muss. Zudem ist der JinnTronic nicht fest eingebaut, d.h. er lässt sich leicht im eigenen Umfeld integrieren, sieht cool aus und ist einfach nur praktisch. Mit Fokus auf dem Wesentlichen erleichtert er das Handling des Soll-Ist-Bestandes und steigert die allgemeine Zufriedenheit.

Wir selbst sind natürlich restlos stolz auf unser Produkt – nichtsdestotrotz stellt sich die wichtige Frage, wo unsere Testanwender noch Verbesserungspotenzial sehen und welche Funktionen noch geändert bzw. ergänzt werden sollten.

Die erste Idee „geht das auch mit Getränkekisten?“ lässt uns schmunzeln, der Wunsch nach unterschiedlichen Größen scheint für die Anwender sehr wichtig zu sein, auch wenn die Skalierbarkeit gerade für Großmengen etwas in Frage gestellt wurde.

Ein guter Hinweis ist das Thema Wartung und Lageplan – braucht der Jinn einen Stromanschluss, um sich per Selbstwartungsfunktion ab zu daten? Und auch ein sehr schöner Vorschlag – die Kombination mit unseren Freunden von Mrs. Pantry! 🙂

Auf die Frage nach den Einsatzmöglichkeiten des JinnTronic im Alltag antworteten die meisten in der Küche (Privathaushalt) oder in der Gastronomie (Gewerblich). Als konkrete Beispiele wurden u.a. Büromaterialien, Toilettenpapier, Backzutaten und Obst genannt.

Neben Fragen zur Funktion, haben wir uns auch speziell mit dem Thema Kommunikation und Interaktion beschäftigt.

Kommunikation und Interaktion

Hierbei ist es den Anwendern sehr wichtig, dass der JinnTronic über eine APP gesteuert werden kann, d.h. die Bestellinfos sollten bestenfalls schon hinterlegt sein, sodass man ganz einfach eine Nachbestellung auslösen kann. Zudem soll die APP Info über den aktuellen Bestand der Produkte geben, den Verbrauch tracken und Prognosen erstellen.

Unser JinnTronic spielt bei den Benachrichtigen sehr mit dem Thema „Bezaubernde Jeannie / Wünsche erfüllen“, uns hat brennend interessiert, wie diese Story auf unsere Anwender wirkt. Die meisten empfinden es als sehr witzig und individuell, andere äußerten jedoch Bedenken in Richtung Frauenrecht & Sklaverei und würden eine Assistenz-Rolle bevorzugen.

Design und Gestaltung

Zum Thema Design und Gestaltung wurde unser JinnTronic mit der Schulnote 2,3 ausgezeichnet.

Besonders gut gefiel die klare Form, das hochwertige, schlichte und moderne Gehäuse sowie die übersichtliche Bedienbarkeit.

Verbesserungspotenzial sahen die Tester in der Höhe des Produktes, man wünsche sich den JinnTronic etwas flacher, der Abstand zwischen den Platten sei zu groß. Wichtig ist auch das Thema Individualisierbarkeit und der LED Farbcode. Zudem stellte sich die Frage wie der JinnTronic in XXXXL aussehen würde. Interessant war auch die Idee, den JinnTronic passend zum Motto orientalischer zu gestalten oder in ein Möbelstück zu integrieren.

Gesamteindruck

Zu guter Letzt wurde der Gesamteindruck bewertet – unser JinnTronic liegt bei einer guten 2,0.

Insgesamt würden sich 66,7% der Tester für einen Kauf entscheiden (yes!). Die anderen Befragten müssen noch überzeugt werden (16,7%) bzw. sind sich noch unschlüssig (16,7%).

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Auch über indirektes Feedback haben wir uns sehr gefreut!

Iteration des bisherigen Konzepts

Dank des nützlichen User-Feedbacks können wir unseren JinnTronic weiter optimieren. Eine Kooperation mit Mrs. Pantry hatten wir vorher schon durchdacht, im Testing bestätigt sich diese Idee auch durch die Anwender. Damit also unsere Top 3 Prio’s:

  • App mit Lageplan und einfacher Bestellabwicklung überarbeiten
  • Verschiedene Größen anbieten und flacheres Gehäuse entwickeln
  • Kooperation mit Möbelhersteller und Mrs. Pantry prüfen

An diesem Punkt wird uns auch definitiv klar, dass wir Hilfe brauchen: uns alles selbst beizubringen würde viel zu lange dauern und höchstwahrscheinlich auch nicht die entsprechende Qualität garantieren. #hireaprofessional

Ausarbeitung eines Geschäftsmodells

Zum unserem Geschäftsmodell haben wir uns mit Hilfe einer Business Modell Canvas Gedanken gemacht. Infos zur Methode und eine Vorlage gibt es hier.

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Ausblick

Bereit für die Produktion? Einen deutlichen Hinweis dazu gab es bereits von Stefan Jenzowsky. Der ist sich sicher, dass wir Probleme mit extrem günstigen Nachbauten unseres JINN TRONICs aus Asien bekämen. Der Invest wäre zu hoch, um sich die Idee dann ausgereift klauen zu lassen. Aus seiner Sicht macht es darum keinen Sinn, die Idee umzusetzen. Schade. Falls jemand eine andere Meinung zu dem Thema hat, sind wir natürlich immer noch offen, JINN TRONIC in Serie zu bringen.

Lessons Learned

Hier unsere Lessons Learned in der Zusammenfassung:
# Wenn die Luft mal raus ist: tief durchatmen und weitermachen
# Zusammen sind wir stark
# Weniger Reibung, weniger Verluste – wir sind als Team zusammen gewachsen und arbeiten Hand in Hand. Damit sind wir effektiver und nutzen unsere Kapazitäten bzw. Ressourcen optimal aus
# Hilfe holen tut nicht weh
# Es sich trotz der Arbeit gemeinsam schön machen (Linsensalat, Pizza & Gin Tonic)
# Den Testern fiel es z.T. schwer, sich das fertige Produkt vorzustellen, obwohl wir ein Bild dabei hatten. Die meisten hielten den Prototypen für das endgültige Ergebnis. Das hätten wir vielleicht besser kommunizieren müssen.
# Wer mit Bier am Stand testet, muss damit rechnen, dass die Tester danach auch Bier wollen… wir hoffen, die Enttäuschungen hielten sich in Grenzen:)
# Eine andere Gruppe hatte Fragebögen am Stand liegen, die die Tester einfach alleine ausgefüllt haben. Damit konnten sie 15 Ergebnisse auswerten – wir hatte mit den Interviews „nur“ sechs
# Die beste Idee nützt nichts, wenn sich kein Geld damit verdienen lässt
# Lob und Anerkennung sind aber auch was Schönes
# Das Unmögliche möglich machen ist einfach GENIAL

P.S.: Auf Wiedersehen!

Das Team Jinn Tronic hat seit November 2016 fleißig und produktiv zusammengearbeitet, der Spaß kann dabei auch nicht zu kurz. So was ist nicht selbstverständlich.  Zum Glück sehen wir uns ja weiter regelmäßig und können die tolle Zusammenarbeit in anderen Projekten fortsetzen oder daran anknüpfen. Schön wars, danke und auf Wiedersehen!


Dieser Beitrag ist ein gemeinsames Werk von Team Jinn Tronic: Svenja Bock, Vanessa Essex, Steffi Weber und Thomas Schmitt

 

 

 

Nachtrag vom 21.06.2017:
Für die Challenge gab’s heute auch das ausgelobte Badge… #hurra

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