Diverses

Das Jahr neigt sich langsam aber sicher dem Ende zu. Und wie das immer so ist, sind die Wochen vorher nochmal so richtig voll. Diesmal mit unterschiedlichen Ereignissen, die dann doch wieder irgendwie alle um das Gleiche kreisen…

Im aktuellen personalmagazin werden die führenden HR-Köpfe vorgestellt, also die wichtigsten Vordenker und Vorbilder im Personalwesen. Spannend, da gibt es sicher ein paar Inspirationen. Schon im Inhaltsverzeichnis strahlen mich die Preisträger an.
Und deutlich weniger Preisträgerinnen  – 28% beträgt der Frauenanteil in diesem Jahr Summe, wobei es in der Kategorie „Manager“ immerhin 38% sind, dafür in „Beratung und Wissenschaft“ deutlich weniger. „Wir hoffen, dass sich die Situation in den nächsten Jahren ändert.“ lese ich als Fazit. Wird Hoffnung alleine reichen? Vermutlich nicht.

Im Personalwesen sind im Durchschnitt 71% Frauen beschäftigt, allerdings finden sich auf der ersten Führungsebene dann nur noch 36% Frauen, steht in einer Studie der HRblue AG in Zusammenarbeit mit dem Masterstudiengang Personalmanagement der Hochschule München. Wollen Frauen nicht? Oder haben sie keine Möglichkeiten?

„Some Leaders are born Women. Get used to it!“

„Die Hälfte der Bevölkerung, die Hälfte der Führungsrollen für Frauen.“ Klingt einfach, ist aber noch ein Stückchen bis dahin – sagen die Macher*innen von PANDA. Und wenn man sich aktuelle Studien anschaut, dann stimmt das wohl. Leider. PANDA befasst sich darum  ganz gezielt mit der Frage, welche Chancen Frauen nutzen können und mit welchen Hindernissen sie konfrontiert sind. Dafür will PANDA Frauen vernetzen, ihnen eine Plattform für Austausch und Impulse für ihre persönliche Entwicklung bieten.

Lauter gute Gründe, sich das alles mal anzuschauen. PANDA Digital fand am 25.11. in München statt. Wie üblich, war ich da in allerbester SHIFTSCHOOL-Gesellschaft:

Für mich besonders spannend war die erste Leadership-Simulation, bei der wir in der Gruppe eine Entscheidung zum Thema „Bitcoins als Zahlungsmittel“ erarbeiten sollten. Natürlich ging es nicht wirklich um die Aufgabe, sondern darum wie wir zusammenarbeiten und uns in der Gruppe verhalten. Im Anschluss daran gab es Feedback und man konnte sich gegenseitig bewerten. Mehr noch, als über die Wahl unter die Top 10 der ca. 90 Teilnehmerinnen, habe ich mich über die sehr persönliche Rückmeldung gefreut, die mir für meinen weiteren Weg sicher hilft. Und natürlich über Kontakt zu beeindruckenden Frauen, von denen mir einige bestimmt im Gedächtnis bleiben werden.

Ein echter Gewinn war außerdem der Cocktail-Talk von Barbara Lampl zum Thema „Bias und Diskriminierung in Daten und Algorithmen“, aus dem ich mir mitnehme, dass man nicht nur die Daten und ihre Quellen prüfen sollte, sondern auch den Code kritisch betrachten muss. Wohl dem, der coden gelernt hat:)

Gewinner*innen

Kinder und Jugendliche können das beispielsweise spielerisch mit LEGO MINDSTORMS®  – und sich im Rahmen des Wettbewerbs der FIRST® LEGO® League mit anderen Teams in Sachen Roboterdesign, Forschergeist, Teamwork und natürlich im Robot-Game messen. Nachdem wir also so auf die nachfolgenden Generationen hoffen, war ich sehr gespannt, was mich da erwartet. Ich durfte nämlich den Regionalentscheid in Regensburg am 2.12. als Jury-Mitglied begleiten und die Zusammenarbeit der Teams beurteilen. Zu beweisen an einer Aufgabe, bei der jedes Team eine bestimmte Anzahl an Händen und Füßen auf dem Boden platzieren muss.

Natürlich ging es nicht wirklich um die Aufgabe, sondern darum wie die Kinder zusammenarbeiten und sich in der Gruppe verhalten;) Echt beeindruckt bin ich von der Kreativität, mit der die Teilnehmer*innen ans Werk gehen – eine Auswahl ist oben zu sehen. Erstaunlich allerdings für mich ist, dass es nur einen einzigen weiblichen Coach gab und insgesamt sehr wenig Mädels. Das Team einer Mädchenschule schaffte es am Schluss auf Platz 4. Erinnert mich an mein Studium und Vorlesungen, die sich damit beschäftigt haben, ob man Jungs und Mädels manchmal getrennt voneinander besser fördern kann oder ob doch Koedukation der Schlüssel zum Erfolg für alle ist. Ein Thema, zu dem schon viele Köpfe geraucht haben…

Zeit zum Umdenken

Wer mich ein bisschen kennt, dem habe ich bestimmt schon von meinen Nichten und meinem Neffen erzählt. Die bereichern mein Leben nicht nur durch ihre pure Anwesenheit, sondern haben meinem Blick auf die Welt auch gehörig verändert. Unter anderem auch zu Fragen nach Chancengleichheit und Gleichberechtigung.

Feminismus, Emanzipation, Geschlechtergerechtigkeit – das alles verbinde ich in erster Linie mit anstrengend Diskussionen, bei denen übereifrige Frauen den Ton angeben – und sich gerne mal im Ton vergreifen. Das gab bei PANDA nicht, zum Glück. Dafür kritische Auseinandersetzung mit der Frage, woran es denn nun krankt. Irgendwann am Abend fiel dann mal der Satz, die Gesellschaft müsse sich eben ändern. Aber wer ist denn „die Gesellschaft“? Genau. Wir sind das!

Wo anfangen?

Neulich habe ich länger mit Kolleginnen darüber gesprochen, wie viel Einfluss unsere Kaufentscheidungen auf das Rollenverständnis von Kindern haben. Auf lego.com hält ein LEGO®-Männchen einen blauen Karton in der Hand, ein LEGO®-Mädchen einen rosa Karton. Es gibt das Überraschungsei für Mädchen und das Bobby-Car sogar in drei Varianten speziell für Mädchen, zwei davon sind pink. Klassische Rollenverteilung wird von Marketing-Kampagnen abgelöst, könnte man meinen. Und wir machen mit.

Klar kann man bei jeder Gelegenheit sagen, dass Mädchen halt lieber Rosa und Glitzer mögen und ihnen Barbies statt Roboter kaufen. Man kann aber auch bewusst andere Angebote machen und beispielsweise mal anderes Spielzeug aussuchen. Und auch sonst mit gutem Beispiel voran gehen. Wer nicht gleich jedes technische Problem zur „Männersache“ erklärt und bei Spielzeug nicht automatisch zwischen Jungs und Mädchen unterscheidet, der macht eben auch einen Unterschied.

Aber was hat das alles mit Digitalisierung zu tun?

Noch immer verdienen Frauen schlechter als Männer, in vielen Unternehmen sitzen mehr Männer als Frauen im Chefsessel und eine Babypause geht meist mit einem Karriereknick einher. Das sind alles keine Neuigkeiten. Aber soll das auch so bleiben? Digitalisierung verändert alles – und wir haben es in der Hand, alles zu verändern.

Daten bestimmen heute unser Leben und sie beeinflussen, wie wir in Zukunft leben werden. Die meisten Programmierer heute sind männlich und bringen automatisch ihre Sicht auf die Welt ein, die weibliche Sichtweise ist weniger repräsentiert. Dazu kommt, dass z.B. bislang mehr Männer als Frauen in Führungspositionen sind und Algorithmen auf Basis dieser vorhandenen Daten darum eher Männern entsprechende Jobs vorschlagen.

Da heißt es also aufpassen, hinschauen, einmischen. Das machen zum Beispiel OpenBIT e.V. und die Deutsche Gesellschaft für Personalführung e.V.
OpenBIT  verfolgt das Ziel, Offenheit, Transparenz, Diversität und Zusammenarbeit auf Augenhöhe in allen Bereichen der Wirtschaft zu fördern. Gemeinsam haben die mit unterschiedlichen Experten eine erste Version der People Analytics Leitlinien entworfen. Diese Leitlinien sollen People Analytics in Deutschland in einer Weise möglich machen, die für Unternehmen und Mitarbeitern gleichermaßen positiv ist.
An diesem Projekt kann man sich beteiligen, Infos dazu gibt es hier.

Auch angesichts des drohenden Fachkräftemangels ist es wichtig und sinnvoll, schon Mädchen mehr für die sogenannten MINT-Fächer zu begeistern und zu ermutigen, um später auch entsprechend ausgebildete Frauen zu haben. Mal abgesehen davon profitieren Teams davon, wenn sie gut gemischt sind – nicht nur in Bezug auf Geschlechter, sondern auch in Bezug auf Alter, Herkunft, etc.

Ausklang

Ein absolut ausgewogenes Verhältnis zwischen Männern und Frauen lässt sich für diesen Termin festhalten, von dem ich hoffe, das er zum Ritual wird: am 14.12. hat Thor alle Zeremonienmeister*innen in das Neue Museum eingeladen. Die Ausstellung Von der Kunst, ein Teehaus zu bauen lädt in die Welt der japanischen Ästhetik ein und ist absolut sehenswert – hat mir mal wieder gezeigt, wie wichtig in all dem (vorweihnachtlichen) Trubel ein bisschen Ruhe ist und wie gut es tut, sich von Zeit zu Zeit mal mit ganz anderen Dingen zu beschäftigen, um den Kopf wieder frei zu bekommen.

 

Mehr

Wer jetzt noch nicht genug hat und über Weihnachten noch ein bisschen weiterlesen will, der findet hier ein paar interessante Links zum Thema:

  • Braucht das Personalwesen mehr Männer? – Die Studie der HRblue AG in Zusammenarbeit mit dem Masterstudiengang Personalmanagement der Hochschule München mit Fragen und Ideen findet sich hier.
  • Infos zu PANDA  gibts hier. 
  • „We envision a world where women are proportionally represented as technical leaders, executives, founders, VCs, board members, and software engineers.“ Die Non-Profit-Organisation Women Who Code stellt sich hier vor.
  • Warum es mehr Frauen in der IT braucht, darum geht es hier.
  • Diskriminierung durch Daten, ein Beitrag darüber hier. Und hier.
  • Und etwas zu OpenBit, People Anlytics und dem Code of Conduct hier .
  • Wer mehr über die FLL wissen will, kann sich hier umschauen.
  • Der Gender Gap Report zeigt einen Stillstand bei der Gleichberechtigung. Mehr dazu hier.
  • Von pinken Wollmützen und ungerechter Bezahlung – ein schöner Blogbeitrag hier.
  • Apropos ungerechte Bezahlung: es sind nicht wirklich 21% Unterschied, oder? Hintergrund gibt es hier.
  • Auch in der Zeit ein schöner Artikel von Nils Bokelberg, der sich als Vater Gedanken macht, das ganze hier.
  • Ist Schluss mit Frauenförderung die Lösung? Gedanken dazu gibt es hier.
  • Diversity hat noch mehr Dimensionen als nur die Frage nach dem Geschlecht. Infos und best practice Beispiele gibt es hier.
  • Und wer nix lesen will, der kann sich auch besagte Ausstellung ansehen, die läuft noch bis 18.02.2018. Mehr Infos gibt es hier.

Präsentieren vor 100 Leuten über ein Thema, in dem man so gar nicht fit ist – kein Ding für uns von der SHIFTER:) Über das Badge für die Teilnahme am PANDA Contest freue ich mich trotzdem…

Braveheart 2

Und das Badge für die nächste Challenge hat Tobi sicher schon in der Schublade, denn derzeit feilen wir alle aus der CLASS TWO an unserer Hausarbeit. Unterbrochen wird das alles von ein paar hoffentlich entspannten Feiertagen und einem möglichst rauschenden Silvesterfest:) Passend zu Weihnachten hier noch etwas Musik:

 

 

 

 

2 Kommentare zu „Diverses

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