Once upon a time

„Es war einmal…“ mit diesem schönen Satz beginnt nahezu jedes Märchen. Mich erinnert er auch gleich noch an die Serie „Es war einmal … der Mensch“, die ich als Kind immer sehr gerne zusammen mit meinem Schwestern gesehen habe. Ganz nebenbei haben wir da auch immer etwas gelernt. Und auch weniger lehrreiche Geschichten haben sich ganz anders eingeprägt, als z.B. mit viel Energie gelernter Schulstoff. Warum wohl? Natürlich: Weil es Spaß macht! Grund genug, sich mal anzusehen, wie man eine gute Geschichte erzählt.

Für dieses schöne Thema haben wir einen Experten in Sachen Digitalisierung und Storytelling zu Gast an der SHIFTSCHOOL, nämlich Bernd Preuschoff, der seit Januar als Vice President Digital Transformation bei Schwan-STABILO Cosmetics im Einsatz ist. Wer so wie ich das Glück hatte, beim einzigartigen Event der CLASS ONE dabei zu sein, der hatte vielleicht schon die Chance, Bernds kurzen Vortrag „Gute Geschichten – der Weg zum Erfolg“ zu hören. Für uns hat Bernd diesmal ein bisschen mehr Zeit mitgebracht und wir werden außerdem ordentlich Zeit für Übungen haben. Los geht’s!

Was ist Storytelling?

Bevor wir starten, erst mal eine kurze Begriffsklärung:

„Storytelling (deutsch: „Geschichten erzählen“) ist eine Erzählmethode, mit der explizites, aber vor allem implizites Wissen in Form einer Metapher weitergegeben und durch Zuhören aufgenommen wird. Die Zuhörer werden in die erzählte Geschichte eingebunden, damit sie den Gehalt der Geschichte leichter verstehen und eigenständig mitdenken. Das soll bewirken, dass das zu vermittelnde Wissen besser verstanden und angenommen wird. Heute wird Storytelling neben der Unterhaltung durch Erzähler unter anderem auch in der Bildung, im Wissensmanagement und als Methode zur Problemlösung eingesetzt.“

https://de.wikipedia.org/wiki/Storytelling_(Methode)

Märchen sind aus meiner Sicht perfekte Beispiele dafür oder auch antike Götter- oder Heldensagen. Heute dienen  sehr gerne „Star Wars“-Filme oder Marvel-Comics als Beispiele für gelungenes Storytelling. Auch Weltreligionen können als Vorbild herhalten. Hier ist also für jeden was dabei.

So oder so: gerade Führungskräfte sollten Storytelling beherrschen.

Warum?

Storytelling erfüllt im Wesentlichen drei Funktionen:

  1. Menschen mitnehmen.
  2. Menschen begeistern.
  3. Das dem Mensch ureigene Bedürfnis nach Menschlichkeit befriedigen.

Insbesondere in einer „VUCA„-Welt spielt das eine entscheidende Rolle, denn mit Fakten und Meinung alleine kann man Menschen für gewöhnlich nicht bewegen.

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Neue Helden im Gespräch.

 

Was macht eine gute Geschichte aus?

Das Rezept ist scheinbar einfach:
Man nehme einen Helden oder eine Heldin, die eine Herausforderung in einem ansprechenden Szenario zu meistern hat, dabei einen Bösewicht oder Gegenspieler besiegt oder überlistet. Eine Botschaft rundet die ganze Sache noch ab.

Wie aber kommt man nun selbst zu einer eigenen, relevanten Geschichte?

1. Zuhören

Dazu passt dieser Spruch aus meinem wunderbaren Flow-Kalender:

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Daran kann ich noch ein bisschen arbeiten.

Durch Zuhören kann man herausfinden, was die Menschen gerade bewegt oder auch beansprucht und Ressourcen werden sichtbar. Mögliche Partner für eine spätere Zusammenarbeit kann man so auch besser kennenlernen. Hinter jeder Geschichte stecken außerdem Werte und Emotionen, z.B. hinter der Klage nach zu viel Autorität und zu  viel „Führung“ der Wunsch nach selbstbestimmtem Arbeiten.

Meine Erkenntnisse darf ich mit Hannes austauschen. Dabei ist es unsere Aufgabe, uns gegenseitig zu challengen, also kritisch nachzuhaken und zu hinterfragen. Das verhilft mir einerseits zu mehr Klarheit, gleichzeitig lerne ich von Hannes ganz andere, spannende Themen kennen. Perfekt!

2. Die Neuerfindung der Legende

Jede Firma, jeder Bereich, jedes Team hat eine Erfolgsstory oder Legende. Das kann die besonders erfolgreiche (gute, alte) Zeit, ein herausragendes Projekt oder eine gemeinsam genommene Hürde sein. Daran kann man anknüpfen – indem man die dahinter liegenden Werte aufgreift oder damit spielt.

Das hört sich hier vielleicht einfach an, aber die nachfolgende Übung treibt uns allen die Schweißperlen auf die Stirn. Auch, weil wir das Ganze malen sollen.

3. Helden gesucht (m/w)

Weil jede Geschichte einen Helden braucht, geht es nun darum, diesen zu finden. Ein Held kann zum Beispiel jemand sein, der schon mal mit Bravour eine Idee umgesetzt hat oder in der Vergangenheit maßgeblich am Erfolg beteiligt war, etc.
Von ihm darf man lernen. Und ihn fragen, was er als nächstes vor hat.

Außerdem gibt es vielleicht Darsteller, die bislang noch keine Hauptrolle hatten, sich aber bestens für eine eignen würden. Oder Produkte bzw. Ideen, für die jetzt vielleicht die Zeit reif ist. Auch neue Positionen können damit gemeint sein.

4. Und sonst so?

Ohne Pfeil und Bogen und seine “Merry Men” wäre Robin Hood vermutlich nicht besonders weit kommen. Sein Unterschlupf im Sherwood Forest hatte ebenso seinen Sinn, wie die Unterstützung durch die Bevölkerung, die wiederum von seinen Taten profitieren. Und natürlich hätte das alles ohne den Sheriff von Nottingham weder Spaß noch Sinn gemacht.

Logischerweise ist das hier keine Aufforderung, sich mit Pfeil und Bogen zu bewaffnen. Dahinter steckt viel mehr die Frage nach möglichen Ressourcen, die man nutzen kann und Gegenspielern oder Stolpersteinen, die man berücksichtigen muss.

Und jetzt? Make your own movie!

 

Lessons Learned

Was sich hier so einfach anhört, ist ganz schön harte Arbeit. Und selbst wenn man das Handwerk beherrscht: eine gute Idee braucht es ja auch noch. Oje.

Der Tag mit Bernd war sehr interaktiv und hatte einen roten Faden. Nun sollte man meinen, dass das eine Selbstverständlichkeit ist, aber wir kennen ja alle die Realität und öde Schulungen mit Frontalbeschallung (nicht von der SHIFTSCHOOL, natürlich). Für mich ist alleine immer wieder spannend, so viele unterschiedliche Dozenten kurz hintereinander zu erleben.

Mir hat die Arbeit an der eigenen Geschichte ansonsten sehr viele Erkenntnisse gebracht. Bestimmt auch, weil Hannes sie immer sehr kritisch hinterfragt und damit bereichert hat. Mal abgesehen davon, dass ich Storytelling an sich schon sehr hilfreich finde, hat es gerade die Zusammenarbeit mit einer zweiten Person für mich rund gemacht. Natürlich war auch das Ausprobieren vor der Gruppe ein Gewinn. Denn wie klar, verständlich und bewegend die eigene Geschichte ist, merkt man an den Reaktionen der Zuhörer sehr, sehr schnell.

Mitunter hat mich das alles auch sehr an das Drama-Dreieck erinnert. Dazu erzähle ich an anderer Stelle mal mehr.

Und: Siemens-Supergirl-Annika wird mir als Vorbild in Sachen Schauspielkunst unvergessen bleiben:)

The End

Wer jetzt noch mehr will… Bitteschön:

  • Von Bernd sehr empfohlen wurde das Buch „Business-Romantiker: Von der Sehnsucht nach einem anderen Wirtschaftsleben“ von Tim Leberecht. Ich habe es selbst noch nicht gelesen, das mache ich mal, wenn ich wieder ein bisschen mehr Zeit habe:)
  • Einen Beitrag von Tim Leberecht zum Thema „TED Is All About Conversations — Not Action Items. Businesses, Take Note.“ gibt es hier.
  • Den oben erwähnten, sehr inspirierenden Flow-Kalender gibt’s hier auch als App.
  • Wer Sonntagmorgen noch nichts vor hat, dem empfehle ich die Lach- und Sachgeschichten mit der Maus, die man natürlich auch hier findet. Für mich immer wieder ein Vorbild in Sachen Wissensvermittlung.

Und wer nun schon seit Beginn des Beitrags das Titellied zu „Es war einmal… der Mensch“ von Udo Jürgens im Ohr hat, der kann hier nochmal mitsingen:

 

 

 

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