Essen & Zaubern

Stand beides nicht auf dem Programm, war aber trotzdem Thema. Ansonsten versuchen wir uns als Team ohne Führungskraft. 

Heute mal an Freitag und hauptsächlich im Publikum von CLASS ONE, die man bei der Gelegenheit auch mal bessern kennen lernen kann. Schön spannend, das verspricht gute Unterhaltung(en).

„Manche Leute werden hauptsächlich deshalb für gebildet gehalten, weil ihnen das Wenige, was sie wissen, im richtigen Augenblick einfällt.“

Friedrich Julius Stahl (1802 – 1861)

Und dann gibt es Leute, denen es scheinbar egal ist, ob man sie für gebildet hält. Die aus jedem Augenblick den richtigen machen. Die setzen sich einen goldenen Hut auf, schauen durch eine leuchtende Brille auf ihr Publikum und rufen zum Badge-relevanten #powerpointkaraoke nach Fürth.

Nein, dabei es geht nicht um singen. Es geht darum, spontan einen zufällig ausgewählten PowerPoint-Vortrag, zu präsentieren. Vorab von den Machern der SHIFTSCHOOL aus der reichen – und teilweise abgrundtiefen – Schatzkammer des www hervorgekramt. Jetzt könnte man meinen, das ist nur so ein Vergnügungsprogramm für Menschen mit einer ausgeleierten Komfortzone. Stimmt aber nicht. War ja klar. Den Sinn der Sache betrachten wir am nächsten Morgen (nach einer etwas zu kurz geratenen Nacht).

Was man beim powerpointkaraoke lernt

Für den Fall, dass man nicht nur so aus Spaß eine wildfremde Präsentation vortragen muss, sondern weil der dafür eigentlich eingeplante Kollege aus welchem Grund auch immer abwesend ist, gilt:

  1. Nie zugeben, dass man keine Ahnung hat. Danach hört nämlich keiner mehr zu.
  2. Nie die eigene Präsentation schlecht reden. Aus dem gleichen Grund.
  3. Immer die eigene Bühne bauen – also wegräumen, was im Blickfeld steht; Gesicht nach vorne; für Ruhe sorgen; usw. Und damit Präsenz schaffen.

Natürlich helfen Spontanität und Souveränität. Die kann man allerdings nur abrufen, wenn man sie sich vorher angeeignet hat. Übung macht den Meister. Ganz konkret heißt das, mal den Arm zu heben, wenn es etwas vorzutragen gibt, statt den bereits souverän präsentierenden Kollegen nach vorne zu schieben. Wer sich da lieber langsam rantastet, kann gerade außerhalb der Firma reichlich Gelegenheiten finden. Das kann für den Anfang auch die Rede bei Tante Hildes Geburtstag sein.
Und ein ganz wichtiger Tipp zum Schluss: „Erst hinter der Bühne weinen!“ (oder fluchen). Denn auch mit all diesen Tipps und der allerbesten Vorbereitung läuft es manchmal nicht wie geplant.

Apropos planen. Bitte schon mal prophylaktisch den September freihalten. Wir hecken da nämlich gerade was aus. Keine Sorge, Details folgen. Sobald wir selber welche haben.

Wir organisieren ein Event -und uns selbst als Team

Was genau wir da auf die Beine stellen werden, ist uns erstmal nicht so ganz klar. Und es bleibt auch absichtlich offen, denn wir sollen uns das im Team selbst überlegen. Um Ideen zu finden und um emphatisch zu analysieren, kamen hier erst mal reichlich Post-Its ins Spiel. Der Anfang ist damit gemacht, alles weitere wird Hausaufgabe. Es ist also nach dem Tag immer noch fast alles offen und wir müssen entscheiden, wie wir weitermachen.

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Empathize – was finden wir als Eventbesucher gut, was schlecht

Und was macht ein Team, das sich übermüdet und ohne konkreten Infos organisieren soll – und darf? Es überlegt sich, ob es ein bisschen altbekannte Struktur und gewohnte Hierarchie schaffen könnte und erst mal ein paar Gruppenleiter installiert.
Aber nur kurz. Wir wollten doch neue Wege gehen. Vielleicht funktioniert es auch anders?!

In der Theorie wissen wir, was ein Team, das sich selbst führen soll, braucht:

  • goal: Denn wer kein Ziel hat, kann sich auch nicht auf den Weg machen.
  • rules: Gemeinsame Spielregeln und klare Absprachen
  • roles: Klarheit über Rollen & Aufgaben
  • mindset: Jedes einzelne Teammitglied hat die passende Einstellung,
    also Vertrauen in sich und andere, keine Angst vor Konflikten, die Verpflichtung zum gemeinsamen Ziel, das gegenseitige Einfordern von Verantwortlichkeiten sowie die Ergebnisse stets im Blick*
  • skills: Kompetenzen, auch im Netzwerk – und die Fähigkeit, andere rechtzeitig um Hilfe zu bitten
  • setting: Zusammenarbeit funktioniert besser, wenn man sich einander zuwenden  und sich ungeteilte Aufmerksamkeit schenken kann
  • tools: Passendes Werkzeug für Kommunikation, Dokumentation und Projektmanagement

Und Mut, denn das wird ein Experiment für uns. Die Gruppe hat bislang hauptsächlich Erfahrung mir hierarchisch geführten Organisationen. Außerdem kennen wir uns noch nicht so gut, finden langsam erst zusammen – und steuern gerade nach Plan auf die Konfliktphase zu. Es bleibt spannend:) Und wird sicher lustig.
*nach „The Five Dysfunctions of a Team“ von Patrick Lencioni

Wer dazu mehr lesen will:

Und wer lieber ein Video schauen will (mit nettem Akzent):

5 Kommentare zu „Essen & Zaubern

  1. PowerPoint-Karaoke, oder die lebendige Darstellung des Grundsatzes „100%-ige Kompetenz bei 0% Ahnung“. Geht, kann man sich aber auch Polit-Talkshows im öffentlich-rechtlichen anschauen. Voraussichtlich aber weniger unterhaltend. ;-D

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